Epilepsie
Informationen für Betroffene und Angehörige
Epilepsie-Therapie
Ziel der Epilepsie-Therapie ist die Vermeidung bzw. Reduktion von epileptischen Anfällen. Hierzu ist nicht in jedem Fall eine medikamentöse Therapie notwendig, z. B. bei relativ harmlosen oder selten auftretenden Anfällen. Zum Teil genügt es schon, bekannte Auslöser (Schlafmangel, Flackerlicht etc.) zu meiden oder die ursächliche Krankheit zu therapieren. Bei außergewöhnlich lange andauernden epileptischen Anfällen oder Anfällen in Serie (sog. Status epilepticus) mit generalisierten tonisch-klonischen Anfällen oder bei bestimmten Epilepsien ist jedoch eine medikamentöse Therapie notwendig. Über die Wahl der geeigneten therapeutischen Mittel sollte in jedem Fall ein Arzt, möglichst ein Neurologe, entscheiden.
Für die medikamentöse Therapie werden u. a. sog. antikonvulsive, d. h. gegen Krampfanfälle wirkende, Medikamente eingesetzt. Diese werden auch als Antiepileptika bezeichnet. Die Medikation wird auf Anfallsart bzw. Epilepsieform abgestimmt. Zur Akutbehandlung, d. h. zur Unterbrechung eines epileptischen Anfalls werden v. a. antikonvulsive Medikamente verwendet, die zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine gehören. Dazu zählen u. a. Diazepam, Lorazepam und Clonazepam. Zur Vorbeugung von epileptischen Anfällen, d. h. für eine Dauerbehandlung, werden z. B. Carbamazepin, Oxcarbazepin und Valproat bzw. Valproinsäure eingesetzt. Sowohl bei den Akut- als auch bei den Dauermedikamenten gibt es noch zahlreiche weitere. Führt eine Monotherapie nicht zum gewünschten Behandlungserfolg, kann eine Kombinationstherapie mit einem Mediakment der neueren Generation (z. B. Pregabalin) ggf. effizienter sein.
Bei ca. 60 bis 70 % der Patienten führt eine medikamentöse Behandlung zu Anfallsfreiheit bzw. -reduktion. Für Patienten mit partiellen Anfällen, die auf Medikamente nicht ansprechen, kommt u. U. ein operativer Eingriff infrage. Mit diesem chirurgischen Verfahren können rund 20 % der Patienten behandelt werden. Bei der sog. Epilepsiechirurgie wird das Hirnareal entfernt, das die Anfälle auslöst. Im Vorfeld der Operation muss das betreffende Areal genau lokalisiert werden, um den Eingriff zu planen und eventuelle Beeinträchtigungen abzuschätzen. Mehr als die Hälfte der Patienten sind nach einem solchen chirurgischen Eingriff anfallsfrei.
Kann aufgrund bestehender Risiken oder einer zu geringen Erfolgsaussicht keine Operation durchgeführt werden, stellt ggf. die sog. Vagusnervstimulation für rund 10 % der Patienten eine therapeutische Option dar.
(ah)
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